VPN im Test | Die besten VPN Anbieter im Vergleich

5. Oktober 2019

Auch wenn man ganz normal im Internet surft, möchte man nicht, dass Fremde den eigenen Browserverlauf kennen. Doch wer unverschlüsselt im Netz surft, erlaubt genau das. Immer mehr Nutzer greifen deshalb zu einem VPN. Was das ist und wie gut die Anbieter solcher Dienste wirklich sind, erfährst Du in unserem Test.

Was ist ein VPN?

VPN steht für Virtual Private Network. Aber was bedeutet das eigentlich? Nun, virtuell bedeutet in diesem Fall, dass ein VPN-Netzwerk nicht physisch ist, sondern auf einer bestehenden Internetverbindung aufbaut. Dieses Netzwerk wird dann als privat bezeichnet, weil der Nutzer (VPN Client) eine verschlüsselte Verbindung zum VPN Server aufbaut.

Von außen betrachtet greift der Client deshalb lediglich auf das Netzwerk des Servers zu. Über dieses kann er beispielsweise alle möglichen Websites ansteuern, ohne dass jemand, der die Internetverbindung des Clients überwacht, dies bemerkt.

Artikelbild des VPN Tests und Anbietervergleichs von technikfrage.de

Wozu braucht man einen VPN?

Für die Nutzung eines virtuellen, privaten Netzwerks gibt es viele Gründe. Einige davon sollen in diesem Abschnitt näher beleuchtet werden:

Generelle Anonymisierung

Egal ob Du in deinem Heimnetzwerk surfst oder dich in einem Internetcafe befindest: Wer mit Zugriff auf deinen Router den Datenverkehr mitschneidet, kann sehen, auf welchen Websites Du surfst. Nutzt Du allerdings einen VPN, ist nur die Verbindung zum VPN Server sichtbar. Der Datenverkehr läuft dann quasi verschlüsselt auf dem Server des VPN Anbieters ab.

Umgehen von Zensurmaßnahmen

Autoritäre Länder streben oft danach, die Internetaktivitäten ihrer Bürger zu kontrollieren. Solche Maßnahmen treffen nicht nur Einwohner, sondern auch Touristen. Mittels einer VPN Software kann diese Zensur umgangen werden, da die Datenübertragung für Außenstehende nicht nachvollziehbar ist.

Geoblocking mit VPN

Geoblockings, auch Geosperren genannt, machen digitale Inhalte wie Videos oder Musik nur im bestimmten Regionen verfügbar. Zum Einsatz kommt diese Technik häufig bei Lizenzproblemen, wie es zum Beispiel beim Streit zwischen YouTube und der GEMA der Fall war. Als Folge daraus konnte man in Deutschland viele Musikvideos auf YouTube nicht ansehen.

Anhand der IP-Adresse kann erkannt werden, in welchem Land Du dich befindest. Mit einem VPN kannst Du deine IP-Adresse verschleiern und im Idealfall sogar steuern, aus welchem Land Du auf einen Internetdienst zugreifst. So kannst Du lästige Geosperren einfach mit einem VPN umgehen.

Dynamic Pricing mit VPN umgehen

Unter Dynamic Pricing versteht man die algorithmengestützte Anpassung von Produktpreisen an bestimmte Begebenheiten. Greifst Du beispielsweise aus einer „teureren" Gegend auf einen Onlineshop zu, könnte dieser dir teurere Preise anzeigen als Nutzern, die in einem Studentenviertel wohnen.

Auch hier kann ein VPN die Lösung sein. Zum Einen wird es durch den Einsatz der Software schwieriger, deiner Identität alle Sitzungen zuzordnen, was keine Rückschlüsse auf dein Kaufverhalten zulässt. Des Weiteren versteckst Du, in welcher Gegend Du dich gerade befindest und vermeidest somit, höhere Preise angezeigt zu bekommen.

VPN für PC, Laptop oder Smartphone?

Wenn Du wirklich Wert auf die Anonymisierung deiner Internetnutzung legst, reicht eine bloße VPN Nutzung auf dem Laptop oder Computer nicht aus. In unserem Test findest Du nur VPN Anbieter, welche sowohl Software für Windows- und Macrechner anbieten, als auch Apps für die gängigen Smartphone Betriebssysteme.

Das ist wichtig, weil Du vor allem in öffentlichen Netzen, beispielsweise auf Reisen, einer größeren Spionagegefahr ausgesetzt bist. Ein VPN Anbieter sollte deshalb immer ein Paket anbieten, welches auf allen deiner Geräte nutzbar ist.

Was kostet ein VPN?

Ein VPN kann sowohl kostenlos als auch kostenpflichtig sein. Doch worin unterscheiden sich diese beiden Varianten eigentlich? Ein VPN kann sein Angebot in der kostenfreien Version auf mehrere Arten beschränken, am häufigsten sind hierbei:

  • Die Anzahl nutzbarer Geräte
  • Die verfügbare Geschwindigkeit
  • Das verfügbare Datenvolumen
  • Die nutzbaren Serverstandorte

In unserem Test haben wir darauf geachtet, auch VPN Anbeiter mit kostenlosen Varianten aufzunehmen. Hierbei sollte aber gesagt sein, dass diese eher für kurzfristige Einsätze, beispielsweise bei Nutzung eines öffentlichen Netzwerks auf Reisen gedacht sind. Wer dauerhaft anonym surfen will, wird in den allermeisten Fällen auf einen kostenpflichtigen VPN zurückgreifen müssen.

Wie viel dieser kostet, hängt auch von dem Zeitraum ab, den man buchen will. Viele Anbieter bieten langfristige Pakete, beispielsweise auf 2 bis 3 Jahre, für vergleichsweise günstiges Geld an. Allgemein kann man sagen, dass ein VPN monatlich zwischen 2 bis 15 € kostet.

VPN Anbieter im Test

Du weißt nun, was ein VPN ist und wofür er verwendet werden kann. Nun wollen wir einige der populärsten Anbieter genauer unter die Lupe nehmen.

NordVPN

Seit 2012 bietet NordVPN seine Dienste in Sachen Anonymisierung an. Der Anbieter hat seinen Hauptsitz in Panama und ist damit rechtlich nicht dazu verpflichetet sogenannte Logs, also Aufzeichnungen des Traffics, zu sichern.

Bei NordVPN sind in jedem Paket 6 Geräte zur Verbindung erlaubt, was man sehr gut mit den zur Verfügung gestellten Apps für Android und iOS nutzen kann. Der Dienst verfügt über Serverstandorte in mehr als 50 Ländern.

Die Registrierung verläuft denkbar einfach. Nach der Zahlung erhält man einen Aktivierungslink per Mail, über welchen man ein Passwort für den Benutzeraccount vergeben kann. Danach kann man sich direkt die Software für den Desktop herunterladen. Wie das geht, zeigt folgende Anleitung des Anbieters:

Installationsanleitung von NordVPN - Aufteilung in die Drei Schritte Installieren, Anmelden und Verschlüsseln
Installationsanleitung für die NordVPN Software

Nach der Installation der Anwendung kann man sich entweder per Quick connect mit einem zufälligen Server verbinden oder einfach ein Land auf der Karte auswählen. Auch das mobile User Interface glänzt mit Einfachheit. Als iPhone User muss man hier nach der Serverauswahl lediglich noch seinen Code eingeben, um die VPN Einstellungen des Smartphones zu ändern. Danach kann man direkt anonym im Internet surfen.

VPN App Interface von NordVPN
Mobiles User Interface von NordVPN

Ein weiteres cooles Feature von NordVPN ist der sogenannte Kill Switch. Dieser unterbricht die Verbindung zu ausgewählten Programmen automatisch, wenn die verschlüsselte Verbindung zu einem VPN Server unterbrochen wird und verhindert damit, dass eine Deanonymisierung stattfinden kann. Festlegbar ist das ganz einfach in den auch Preference genannten Einstellungen der Software.

Zusammenfassend muss man sagen, dass NordVPN bei einer Laufzeit von einem Monat mit ca. 12 € zu den etwas teureren Anbietern gehört. Die Einfachheit bei der Installation und Anwendung sowie die Tatsache, dass NordVPN mit Rechtssitz in Panama sehr wahrscheinlich wirklich keine Logs speichert, sind das Geld aber durchaus wert.

Cyberghost

Neben NordVPN ist Cyberghost einer der bekanntesten Anbieter am Markt für Virtual Private Networks. Das Unternehmen wurde in Bukarest gegründet und bietet seine Dienste bereits seit 2011 an.

Der Gründer des Unternehmens, Robert Knapp, verkaufte seine Firma jedoch im Jahr 2017 an Kape Technologies (vormals Crossrider), eine isrealische Firma, welche in der Vergangenheit durch den Verkauf von fragwürdiger und teils malwarebelasteter Softwarepakete aufgefallen ist.

Crunchbase Screenshot über den Verkauf von Cyberghost VPN an Kape Technologies
Crunchbase.com Screenshot über den Verkauf von Cyberghost an Kape Technologies

Obwohl sich Kape Technologies mittlerweile von den früheren Unternehmenspraktiken distanziert, bleibt hierbei für mich ein fader Beigeschmack, über den ich dich als Leser zumindest informieren möchte. Nun aber zum eigentlichen Test.

Cyberghost bietet seinen VPN in mehreren Abonnementmodellen an, welche sich lediglich hinsichtlich der Laufzeit unterscheiden. In der teuersten, monatlich abgerechneten Variante, ist der Preis dem von NordVPN mit 12€ sehr ähnlich.

Erwähnenswert ist außerdem noch die Option, eine dedizierte IP für 5 € hinzuzubuchen. Das ist vor allem für Nutzer hilfreich, die auf eine feste Location angewiesen sind. Einige Anwendungen erlauben beispielsweise nur einen Zugriff über ein bestimmtes Land oder sogar einen festen Aufenthaltsort. Mit einer dedizierten, also statischen IP, ist dies möglich. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass diese IP exklusiv einem Nutzer zugeordnet ist und somit nicht an weitere Kunden vergeben wird.

Der Anbieter sticht außerdem mit seiner Vielzahl an Applikationen heraus. Hier wird für nahezu jedes Betriebssystem, Endgerät und jeden Browser eine Lösung zur Verfügung gestellt. Von gängigen Apps für Betriebssysteme wie Windows oder iOS über Browsererweiterungen für Chrome und Firefox bis hin zu Apps für den Fire TV Stick steht dem Anwender ein breites Angebot zur Verfügung, um komplett anonym surfen zu können. Hierbei kann jeder Nutzer bis zu 7 Geräte hinzufügen.

Nachdem man den sehr einfachen Bezahlprozess mit einer Vielzahl an Zahlungsmöglichkeiten von PayPal bis Bitcoin durchlaufen hat, startet direkt die Installation der Applikation für das im Bestellprozess genutzte Betriebssystem. Nun muss lediglich noch ein Passwort auf der Website von Cyberghost hinzugefügt werden, und man kann mit dem surfen beginnen. Hat man sich in der Anwendung auf dem Rechner eingeloggt, kann man sich entweder direkt mit einem Server verbinden oder einen Serverstandort auswählen.

User Interface von Cyberghost VPN auf macOS
Verbindungsmaske des Cyberghost VPN auf macOS

Achtung: Mac-Nutzer erhalten keinen Zugriff auf Cyberghost, ohne dem Anbieter Zugriff auf den Schlüsselbund des Systems zu geben, auf dem auch andere Passwörter gespeichert sein können. Die Software lässt hier noch nicht mal zu, die entsprechende Eingabemaske zu schließen. Das ist für mich nahezu dreist und stellt in Verbindung mit der zweifelhaften Geschichte des neuen Besitzers ganz klar das Überschreiten einer roten Linie dar. Ich würde mir deshalb genau überlegen, ob ich diesem VPN meine Daten anvertraue.

Avira Phantom VPN

Vor allem in Deutschland ist Avira einer der bekanntesten Namen im Bereich IT-Sicherheit. Kein Wunder, denn das Unternehmen stammt aus Baden-Württemberg und präsentiert dies auf seiner Website auch sehr prominent. Grund genug also, sich die VPN Lösung von Avira einmal genauer anzusehen.

Das Angebot richtet sich an Privatanwender und ist in der Basisversion völlig kostenfrei. Da sich diese allerdings auf ein Datenvolumen von 500 MB pro Monat beschränkt, ist sie eher für kurze Urlaube oder Reisen mit gelegentlichem Einwählen in öffentliche Netzwerke geeignet. Die kostenpflichtige Version unterscheidet auch nach Laufzeit. Sie kann monatlich oder jährlich abgebucht werden, was immerhin sehr gut zu einer Vereinfachung des Bestellprozesses beiträgt. Mit derzeit 7,95 € pro Monat in der teuersten Variante ist man hier auch vergleichsweise günstig dabei.

Mac-Nutzer können den Download der Software ganz leicht über den App Store starten. Das trägt auf jeden Fall zu einer Steigerung des Vertrauens bei. Die Bezahlung kann zum jetzigen Stand leider nicht mit anonymen Zahlungsmöglichkeiten durchgeführt werden, was relativ schade ist, da Anbieter so theoretisch die Möglichkeit haben, eine Zuordnung von Nutzeraccount (anhand von E-Mail oder Kontoinhaber) zu Datenverkehr durchzuführen. Nutzer müssen also darauf vertrauen, dass der Anbieter dies nicht tut.

Nachdem man die Software heruntergeladen hat, kann man den VPN in gewohnter Einfachheit direkt starten, oder zuerst einen Server auswählen. Hier ergibt sich gegenüber den anderen Anbietern keine Besonderheit.

User Interface von Avira Phantom VPN auf macOS mit Anzeige des derzeitigen Sicherheitsstands der Verbindung
User Interface von Avira Phantom VPN auf macOS

Proton

Wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte sich mit dem VPN des Anbieters Proton genauer befassen. Die Schweizer sind vor allem für ProtonMail, einem Dienst zur Verschlüsselung von E-Mails, bekannt. Laut aktuellem Stand stellt der VPN Dienst von Proton seinen Nutzern über 450 Server in 37 Ländern zur Verfügung.

Das bereits weiter oben erwähnte Kill Switch Feature wird bei Proton noch um einen Always-on Modus ergänzt, bei dem sich die Software automatisch wieder mit einem VPN Server verbindet. Damit kann man sichergehen, dass kein unverschlüsselter Datenverkehr gesendet wird.

In der Anwendung ist außerdem eine integrierte Unterstützung für die Verbindung mit dem TOR Netzwerk. So kann man sich mit nur einem Klick mit Websites aus dem Deep Web verbinden (tue dies aber bitte nur bei entsprechender Vorerfahrung).

Wer mit etwas geringerer Geschwindigkeit leben kann, muss bei Proton noch nicht einmal Geld bezahlen. Der kostenlose Plan des Anbieters erlaubt bereits Zugriff auf Server in drei Ländern, und das ohne Begrenzung des Datenvolumens.

User Interface der Proton VPN Software auf macOS
User Interface der Proton VPN Software auf macOS

Die Anwendung kommt mit gewohnt einfacher Bedienbarkeit, gelegentlich wirft die Software aber Fehler beim Verbinden mit einem Server. Zusammenfassend stechen bei Proton vor allem das TOR Feature sowie der sehr gute kostenlose Plan heraus.

Fazit

Bei der Vielzahl an Anbietern, Preisen und Features fällt es im Bereich der VPNs schwer, einen eindeutigen Sieger auszuwählen. Man sollte deshalb zuerst die Frage klären, was man persönlich von einem VPN erwartet.

Will man den Dienst auf allen vorhandenen Endgeräten nutzen und wirklich permanent verschlüsselt surfen, kommt man an einem kostenpflichtigen Modell nicht vorbei. Hier glänzt allen voran NordVPN, da man 6 Geräte verbinden kann und Zugriff auf Server in über 50 Ländern hat. Da das Unternehmen in Panama sitzt, kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass hier auch keine Logs erstellt werden. Mit ca. 12 € in der monatlich abgebuchten Variante macht man hier aber sicherlich kein Schnäppchen.

Wer lediglich gelegentlich mit einem VPN im Internet sein will und sonst nicht allzu viel Wert auf Anonymität legt, darf sich auch mit einem kostenlosen Plan zufrieden geben. Am meisten überzeugt dabei Proton, da die Schweizer den Datenverkehr auch in der Free-Variante nicht einschränken und viel Erfahrung im Bereich IT Security vorweisen können.

Sind VPNs sicher?

Ja, mit einem VPN kann die Privatsphäre im Internet erhöht werden. Die Verschlüsselung des Datenverkehrs erlaubt es Außenstehenden nicht, deine Aktivitäten einzusehen. Das alles ist jedoch nutzlos, wenn der Anbieter des Virtual Private Networks am Ende Aufzeichnungen von diesen erstellt.

Die meisten VPN Anbieter wollen auf ihren Websites glaubhaft machen, dass sie keine Aufzeichnungen, auch „Logs" genannt, erstellen. Ob dies aber wirklich glaubhaft ist, musst Du als Nutzer selbst entscheiden. Es ist deshalb ratsam, Dienste nur von Unternehmen zu buchen, die absolut vertrauenswüridg erscheinen. Hierbei sollte man unter anderem darauf achten, dass der Anbieter des VPN in einem Land sitzt, welches ihn rechtlich nicht zur Erstellung und Speicherung von Logs zwingt. Wenn ein VPN Anbieter zu „kommerziell" auftrifft, kann dies auch ein Grund sein, das Angebot etwas genauer zu hinterfragen.

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